4. Bockshof, Pulverturm und Lorenzkapelle

Infos

Früher ehemalige Burganlage mit Pulverturm, Friedhofskapelle, heute kleiner Park und Steinmetzmuseum.

Sie möchten mehr hierzu erfahren?
In der Tourist-Information beraten wir Sie gerne über unser vielfältiges Führungsangebot:

Tourist-Information Rottweil
Hauptstraße 21
78628 Rottweil

Tel: 0741 494 280
E-Mail: tourist-information@rottweil.de

Die Geschichte zum Nachlesen

Hinter der Predigerkirche und dem Dominikanermuseum betritt man einen malerischen und geschichtsträchtigen Park, der gesäumt ist von alten Kastanien und im Sommer die Freilichtbühne des Zimmertheaters ist – der Bockshof, im Volksmund auch Alter Gottesacker genannt.

Hier fand im Jahr 1500 anlässlich der Hochzeit von Hans Kaspar von Bubenhofen mit Agnes von Hewen ein großes Ritterturnier – ein „Rennen und Stechen“ statt, von dem in der Chronik der Herren von Zimmern zu lesen ist: „es warde von den herrn und vom adel gerennt und gestochen. So het er den Bockshoff daselbst an sich gebracht, und gieng ganz herrlich zu“

Der Name Bockshof stammt von der Familie Bock. Heute kaum vorstellbar, dass hier an der nordöstlichen Ecke der Stadt eine frühe kleine Burganlage gestanden hat. Auf der Pürschgerichtskarte des David Rötlin von 1564 sieht man auf dem Platz noch mächtige Häuser stehen. Der Rottweiler Baumeister Hans Weber von Werth, der schon am Hochturm und am Schwarzen Tor tätig war, räumte etwa ab 1579 das überbaute Areal ab, an dem nun mit einem neuen „Gottesacker“ die Friedhofskirche St. Lorenz entstand. Bis 1832 wurden hier Rottweils Verstorbene begraben und in der kleinen Kirche Gottesdienst gehalten. Nach der Verlegung des Friedhofs vor die Tore der Stadt wurde St. Lorenz profaniert. 1851 kam die sehenswerte Sammlung spätmittelalterlicher Holzschnitzwerke von Dr. Martin Dursch, die sich heute im Dominikanermuseum befindet, in die nun als Museum genutzte kleine Kirche. Die Lorenzkapelle ist als Museum eingerichtet und zeigt eindrucksvolle Objekte Rottweiler Steinmetzkunst, unter anderem die Originalfiguren vom Kapellenturm.

 

Der kleine Pulverturm diente zur Lagerung des reichsstädtischen Pulvers und war eines der Pulverlager des Schwäbischen Kreises. Erst nach 1900 wurde der Vorbau angefügt. Neben dem Turm steht ein stark verwittertes Grabmal. Es ist der Grabstein des letzten noch vom Magistrat der Reichsstadt ernannte Rottweiler Stadtarztes Dr. Vogel.

Aus Kostengründen und wegen „der freyeren und gesunden Luft“ beschloss der Rottweiler Stadtrat 1805 „am hiesigen Gottesacker die Stadtmauer um 7 bis 8 Schuh abzunehmen“, worauf natürlich auch beim Pulverturm der ansehnliche Wehrgang beseitigt wurde.

Der Blick über die Mauer lohnt sich, reicht er doch bis zur Schwäbischen Alb. Zu sehen sind fünf der 10 Tausender, also der Berge über tausend Meter. Unten im Neckartal erkennt man noch Drehers- und Kochlins Mühle, zwei der einst etwa 12 großen Mühlen, die entlang des Flusses gelegen waren.

Geht man an der Stadtmauer entlang Richtung Dominikanermuseum, das auf dem Platz des einstigen Dominikanerklosters erbaut wurde, kommt man noch zum „Nägelis-Törlein“. Das kleine Tor wird schon 1440 genannt. Bei einer großen Viehseuche 1796 wurden die verendeten Tiere durch dieses Tor aus der Stadt hinaus in den Nägelesgraben geschafft. Solche kleinen Tore gab es neben den großen Haupttoren einige in der Stadtmauer.

Weiter oben sieht man noch die Reste des einstigen Predigerturmes. Der Turm ist im 19. Jahrhundert aus Altersschwäche in den Graben gestürzt. Noch lange haben sich die Nachbarn darüber beklagt, dass noch Reststeine in ihren Gärten lägen, die entsorgt werden müssten.

Im 19. Jahrhundert dürfte sich die Idylle im Bockshof in Grenzen gehalten haben. Den hinteren Bereich der Häuser säumte eine große Dunglege.

Standort

Sommertheater im Bockshof

Sommertheater im Bockshof

Der Pulverturm im Bockshof

Der Pulverturm im Bockshof

Blick auf die Lorenzkapelle und den Pulverturm

Blick auf die Lorenzkapelle und den Pulverturm

Kunstsammlung in der ehemaligen Friedhofskapelle

Kunstsammlung in der ehemaligen Friedhofskapelle

Historisches Foto der Lorenzkapelle

Historisches Foto der Lorenzkapelle

Blick vom Bockshof auf die Predigerkirche mit den angrenzenden Häusern und der Dunglege

Blick vom Bockshof auf die Predigerkirche mit den angrenzenden Häusern und der Dunglege

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Früher ehemalige Burganlage mit Pulverturm, Friedhofskapelle, heute kleiner Park und Steinmetzmuseum.

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Tourist-Information Rottweil
Hauptstraße 21
78628 Rottweil

Tel: 0741 494 280
E-Mail: tourist-information@rottweil.de

Die Geschichte zum Nachlesen

Hinter der Predigerkirche und dem Dominikanermuseum betritt man einen malerischen und geschichtsträchtigen Park, der gesäumt ist von alten Kastanien und im Sommer die Freilichtbühne des Zimmertheaters ist – der Bockshof, im Volksmund auch Alter Gottesacker genannt.

Hier fand im Jahr 1500 anlässlich der Hochzeit von Hans Kaspar von Bubenhofen mit Agnes von Hewen ein großes Ritterturnier – ein „Rennen und Stechen“ statt, von dem in der Chronik der Herren von Zimmern zu lesen ist: „es warde von den herrn und vom adel gerennt und gestochen. So het er den Bockshoff daselbst an sich gebracht, und gieng ganz herrlich zu“

Der Name Bockshof stammt von der Familie Bock. Heute kaum vorstellbar, dass hier an der nordöstlichen Ecke der Stadt eine frühe kleine Burganlage gestanden hat. Auf der Pürschgerichtskarte des David Rötlin von 1564 sieht man auf dem Platz noch mächtige Häuser stehen. Der Rottweiler Baumeister Hans Weber von Werth, der schon am Hochturm und am Schwarzen Tor tätig war, räumte etwa ab 1579 das überbaute Areal ab, an dem nun mit einem neuen „Gottesacker“ die Friedhofskirche St. Lorenz entstand. Bis 1832 wurden hier Rottweils Verstorbene begraben und in der kleinen Kirche Gottesdienst gehalten. Nach der Verlegung des Friedhofs vor die Tore der Stadt wurde St. Lorenz profaniert. 1851 kam die sehenswerte Sammlung spätmittelalterlicher Holzschnitzwerke von Dr. Martin Dursch, die sich heute im Dominikanermuseum befindet, in die nun als Museum genutzte kleine Kirche. Die Lorenzkapelle ist als Museum eingerichtet und zeigt eindrucksvolle Objekte Rottweiler Steinmetzkunst, unter anderem die Originalfiguren vom Kapellenturm.

 

Der kleine Pulverturm diente zur Lagerung des reichsstädtischen Pulvers und war eines der Pulverlager des Schwäbischen Kreises. Erst nach 1900 wurde der Vorbau angefügt. Neben dem Turm steht ein stark verwittertes Grabmal. Es ist der Grabstein des letzten noch vom Magistrat der Reichsstadt ernannte Rottweiler Stadtarztes Dr. Vogel.

Aus Kostengründen und wegen „der freyeren und gesunden Luft“ beschloss der Rottweiler Stadtrat 1805 „am hiesigen Gottesacker die Stadtmauer um 7 bis 8 Schuh abzunehmen“, worauf natürlich auch beim Pulverturm der ansehnliche Wehrgang beseitigt wurde.

Der Blick über die Mauer lohnt sich, reicht er doch bis zur Schwäbischen Alb. Zu sehen sind fünf der 10 Tausender, also der Berge über tausend Meter. Unten im Neckartal erkennt man noch Drehers- und Kochlins Mühle, zwei der einst etwa 12 großen Mühlen, die entlang des Flusses gelegen waren.

Geht man an der Stadtmauer entlang Richtung Dominikanermuseum, das auf dem Platz des einstigen Dominikanerklosters erbaut wurde, kommt man noch zum „Nägelis-Törlein“. Das kleine Tor wird schon 1440 genannt. Bei einer großen Viehseuche 1796 wurden die verendeten Tiere durch dieses Tor aus der Stadt hinaus in den Nägelesgraben geschafft. Solche kleinen Tore gab es neben den großen Haupttoren einige in der Stadtmauer.

Weiter oben sieht man noch die Reste des einstigen Predigerturmes. Der Turm ist im 19. Jahrhundert aus Altersschwäche in den Graben gestürzt. Noch lange haben sich die Nachbarn darüber beklagt, dass noch Reststeine in ihren Gärten lägen, die entsorgt werden müssten.

Im 19. Jahrhundert dürfte sich die Idylle im Bockshof in Grenzen gehalten haben. Den hinteren Bereich der Häuser säumte eine große Dunglege.

Standort

Sommertheater im Bockshof

Sommertheater im Bockshof

Der Pulverturm im Bockshof

Der Pulverturm im Bockshof

Blick auf die Lorenzkapelle und den Pulverturm

Blick auf die Lorenzkapelle und den Pulverturm

Kunstsammlung in der ehemaligen Friedhofskapelle

Kunstsammlung in der ehemaligen Friedhofskapelle

Historisches Foto der Lorenzkapelle

Historisches Foto der Lorenzkapelle

Blick vom Bockshof auf die Predigerkirche mit den angrenzenden Häusern und der Dunglege

Blick vom Bockshof auf die Predigerkirche mit den angrenzenden Häusern und der Dunglege